INVESTITIONEN

Das plant Koblenz für 2027: Die Projekte im Überblick

Kräne heben Brückenelemente auf einer Baustelle.

Baustelle Pfaffendorfer Brücke in Koblenz. Bildquelle: Merkurist

Die Stadt Koblenz hat für 2027 ein Minus von 49,4 Millionen Euro eingeplant. Trotzdem sollen Hunderte Millionen in Brücken, Schulen, Kitas und Sportstätten fließen. Ein Überblick über die Pläne.

Julian Weberskirch Von
Julian Weberskirch

Obwohl die Kassen klamm sind, plant die Stadt Koblenz für das kommende Jahr Investitionen in Millionenhöhe. Oberbürgermeister David Langner (SPD) stellte am Donnerstag, 29. Oktober, im Stadtrat den Haushaltsentwurf für 2027 vor. Dieser sieht ein Defizit von rund 49,4 Millionen Euro vor. Dennoch will die Stadt an zahlreichen Bau- und Modernisierungsprojekten festhalten. „Wenn wir heute Sanierungen aufschieben, wird es morgen häufig teurer“, begründete Langner die Entscheidung. Steuererhöhungen soll es 2027 nicht geben, jedoch werden einige Gebühren angepasst (Merkurist berichtete).

Großprojekte bei Brücken und Verkehr

Das größte und teuerste Vorhaben ist der Neubau der Pfaffendorfer Brücke mit Gesamtkosten von rund 202,3 Millionen Euro. Nach Abzug der Fördergelder vom Land muss die Stadt einen Eigenanteil von etwa 85,9 Millionen Euro stemmen. Ein weiteres großes Projekt ist die neue Brücke für Fußgänger und Radfahrer zwischen Rauental und Goldgrube, die Anfang 2027 fertiggestellt werden soll und rund 20 Millionen Euro kostet. Sie ist eine wichtige Voraussetzung für den geplanten Bahnhof Goldgrube/Rauental.

Zudem wird der Geh- und Radweg auf der Horchheimer Eisenbahnbrücke verbreitert. Auch die Ortskernentlastung für Bubenheim und Metternich, deren Bau im September 2026 begann, wird 2027 fortgesetzt. Für Radfahrer entstehen außerdem neue Verbindungen, wie die Verlängerung der Fahrradstraße Casinostraße in der Südallee.

Millionen für Schulen, Kitas und Jugend

Für die Schulen in Koblenz sind im kommenden Jahr Investitionen von rund 38,3 Millionen Euro vorgesehen. Die größten Posten sind die Erweiterungen der Goethe-Realschule plus und der Clemens-Brentano-Realschule plus. Auch mehrere Grundschulen erhalten neue Räume für Betreuung und Mittagessen, um den seit dem Schuljahr 2026/2027 geltenden Anspruch auf Ganztagsbetreuung zu erfüllen.

Im Bereich der Kinderbetreuung gibt es gute Nachrichten: Mit der neuen Kita „Schatzkiste“ in der Goldgrube, die 180 Plätze bietet, ist der Betreuungsbedarf in Koblenz laut Langner erstmals gedeckt. Im Frühjahr 2027 eröffnet zudem die erste Wald-Kita der Stadt auf der Karthause mit 20 Plätzen. Auch der Baubeginn für den Jugendtreff in Neuendorf ist für 2027 geplant.

Sanierungen bei Theater, Sport und Sicherheit

Die aufwendige Kernsanierung des Theaters soll im Februar 2027 abgeschlossen sein und kostet insgesamt rund 45,6 Millionen Euro. Im Sportpark Oberwerth steht die Erneuerung der Haupttribüne des Stadions an, die als Mehrzweckgebäude neu gebaut werden soll. In den Stadtteilen sind unter anderem ein neuer Rasenplatz auf dem Asterstein und ein Kunstrasenplatz in Kesselheim geplant.

Für mehr Sicherheit wird der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Horchheim fortgesetzt, der rund 7,8 Millionen Euro kostet. Außerdem sollen das Ordnungsamt und die Polizei verstärkt kontrollieren, um „Angsträume“ zu beseitigen. Die Stadt prüft in diesem Zusammenhang auch den Einsatz von Videoüberwachung an bestimmten Orten (Merkurist berichtete).

Blick in die Zukunft: Wohnen, BUGA und Digitalisierung

Um den Wohnraumbedarf von rund 3.200 zusätzlichen Wohnungen bis 2040 zu decken, soll 2027 ein neuer Flächennutzungsplan in Kraft treten. Mit Blick auf die Bundesgartenschau 2029 sind Investitionen in die Innenstadt geplant, darunter neue Grünflächen und eine Wasserfläche. Ab dem 1. Januar 2027 wird zudem ein Gästebeitrag für Übernachtungsgäste eingeführt, um die touristische Infrastruktur zu finanzieren.

Die Stadtverwaltung treibt auch die Digitalisierung voran: Der digitale Bauantrag soll am 1. Februar 2027 starten, und eine gemeinsam mit anderen Städten entwickelte Künstliche Intelligenz für die Verwaltung soll getestet werden. Bei all den Plänen handelt es sich bisher um einen Entwurf. Die Fraktionen werden nun darüber beraten, bevor der Stadtrat am 18. Dezember endgültig über den Haushalt abstimmt. Langner betonte: „Wir werden nicht alle Wünsche erfüllen können.“