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Ranking: Das wünschen sich die Koblenzer am meisten für ihre Stadt

Ranking: Das wünschen sich die Koblenzer am meisten für ihre Stadt

Symbolbild: Koblenz/ Quelle: Pixabay

Mehr Wohnungen, weniger Staus: Eine Merkurist-Umfrage unter mehr als 1.000 Lesern zeigt, was sich die Koblenzer am häufigsten für die Stadt wünschen. Eine Übersicht der fünf meisten Forderungen.

Mariella Gläßer Von
Mariella Gläßer

Was fehlt Koblenz, um die Stadt noch lebenswerter zu gestalten? Eine Merkurist-Umfrage, an der mehr als tausend Leser teilgenommen haben, zeigt, was sich die Koblenzer für ihre Stadt wünschen. Hierbei konnten die Teilnehmer aus 19 Kategorien, die von Infrastruktur bis Lebensqualität reichten, ihre Favoriten auswählen. Das Ergebnis offenbart einen klaren Spitzenreiter.

Platz 4 & 5: Mehr Nachtleben (8,48%) und grüne Oasen (10,05 %)

Auf dem fünften Platz der Dinge, die in Koblenz am meisten fehlen, landet mit 8,48 Prozent das Nachtleben. Die Szene scheint zweigeteilt: Während es in der Altstadt eine vielseitige Kneipen- und Barlandschaft gibt, hat das klassische Clubangebot in den vergangenen Jahren abgenommen. Traditionsreiche Diskotheken wie das Agostea, das Studio 56 und zuletzt der Nova Club mussten schließen. Der Koblenzer DJ Thomas Breitbach, bekannt als DJ T-Bright, beobachtet seit der Corona-Pandemie eine deutliche Veränderung. Im Gespräch mit Merkurist erklärt der 37-Jährige: „Clubs sterben immer mehr aus. Der Trend hat sich verändert.“ Stattdessen seien Konzepte gefragt, die Bar und Clubmusik verbinden, wie es etwa der „Exit“-Club in der Poststraße vormacht.

Auf dem vierten Platz mit knapp zehn Prozent der Stimmen landet der Wunsch nach einem Ausbau der Grünflächen sowie auf öffentlichen Plätzen in der Stadt. Statistisch gesehen steht Koblenz in diesem Bereich gut da: Laut dem Nachhaltigkeitsbericht der Stadt verfügte jeder Einwohner im Jahr 2023 über rund 45 Quadratmeter Naherholungsfläche, was über dem Landesdurchschnitt liegt. Jedoch fließen in diese Zahl auch Sport-, Freizeit- und Friedhofsflächen ein, die nicht für alle Bürger gleichermaßen frei zugänglich sind. Die Stadt hat aber bereits Pläne, um Koblenz grüner zu gestalten. Laut Angaben des Eigenbetrieb Grünflächen- und Bestattungswesen, sollen in diesem Zusammenhang bis zum Frühjahr 2027 insgesamt 261 Bäume neu- oder nachgepflanzt werden.

Platz 3: Sicherheit (10,66 %)

Mit 10,66 Prozent der Stimmen landet der Wunsch nach mehr Sicherheit auf dem dritten Platz. Dieses Ergebnis deckt sich mit einer Bürgerumfrage der Stadt aus dem Jahr 2025, die zeigte, dass das Sicherheitsgefühl bei Dunkelheit stark abnimmt. Fühlen sich tagsüber noch 80 Prozent der Befragten sicher, sind es nachts nur noch rund 43 Prozent. Obwohl die Kriminalstatistik insgesamt rückläufig ist, gelten Innen- und Altstadt als Einsatzschwerpunkte. Um das Sicherheitsgefühl zu stärken, gehen die Polizei und der Kommunale Vollzugsdienst seit Mai 2026 verstärkt gemeinsam auf Streife. Zudem steht zur Diskussion, Koblenz als Pilotstandort für eine moderne Videoüberwachung im öffentlichen Raum zu etablieren.

Platz 2: Mobilität und Verkehr (13,72 %)

Auf dem zweiten Platz landet mit 13,72 % die Verkehrssituation der Stadt. Dauerstaus und jahrelange Baustellen auf den Autobahnen A3, A48 und A61 sowie auf der B9 belasten die Nerven der Pendler. Die Stadt reagiert darauf mit einem Maßnahmenpaket: Eine bessere Baustellenkoordination und intelligente Ampelschaltungen sollen den Verkehrsfluss verbessern. Gleichzeitig will die Verwaltung Alternativen zum Auto stärken, indem das Busangebot mit dichteren Takten und Nachtlinien optimiert wird. Auch Park-&-Ride-Plätze und der Ausbau von Radwegen sollen zur Entlastung beitragen.

Platz 1: Bezahlbarer Wohnraum (22,38 %)

Als klarer Spitzenreiter landet der Wunsch nach einem größeren Angebot an bezahlbarem Wohnraum auf dem ersten Platz. Fast ein Viertel der Teilnehmer (22,38 Prozent) sieht hier den dringendsten Handlungsbedarf. Zwar liegt Koblenz bei den Mieten mit einem Durchschnitt von 9,58 Euro pro Quadratmeter im bundesweiten Vergleich im Mittelfeld, doch für viele ist die Wohnungssuche eine große Herausforderung. Besonders junge Menschen in Ausbildung und Studium sind auf günstige Angebote angewiesen. Das Studierendenwerk bietet zwar 404 Wohnheimplätze an, dennoch ist das Angebot begrenzt. Zwar verfügt die Stadt Koblenz über kein eigenes Förderprogramm für bezahlbaren Mietwohnungsbau, unterstützt jedoch Bauvorhaben der sozialen Wohnraumförderung des Landes Rheinland-Pfalz.

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