Mitten in der Koblenzer Innenstadt, auf der Grünfläche in der Weißer Gasse, soll eine neue Synagoge entstehen. Damit bekommt der Standort nicht nur ein neues Gebäude, sondern auch einen eigenen Namen. Künftig soll die Adresse „Heinz-Kahn-Platz“ lauten. Wie der SWR berichtet, ist der Baubeginn für das Frühjahr 2027 geplant. Mit dem Neubau soll vor allem ein Platzproblem gelöst werden: Der bisherige Gebetsraum ist für die wachsende jüdische Gemeinde längst zu klein geworden.
Mehr als 900 Mitglieder zählt die Jüdische Kultusgemeinde Koblenz mittlerweile, doch in ihrem derzeitigen Gebetsraum finden nur etwa 70 Menschen Platz. Seit den 1950er-Jahren nutzt die Gemeinde die ehemalige Einsegnungshalle am jüdischen Friedhof als Synagoge. Was nach dem Zweiten Weltkrieg ursprünglich nur als Übergangslösung gedacht war, ist bis heute ihr Gebetsort geblieben. Die neue Synagoge soll künftig Platz für etwas mehr als 200 Menschen bieten.
Offen, sicher und mit historischem Bezug
Geplant wird der Bau vom Architekten Wolfgang Lorch, der bereits die Synagogen in Dresden und München entworfen hat. Wie er gegenüber dem SWR erklärt, steht bei dem Konzept für die neue Synagoge vor allem ein Grundgedanke im Mittelpunkt. Sie soll „offen für die Menschen und sicher für die Gemeinde“ sein. Dafür soll das Gelände ausreichend eingefriedet werden. Neben der Synagoge ist schließlich auch der Bau eines Gemeindehauses geplant.
Der Neubau soll auch eine Verbindung zur Geschichte herstellen. So sollen Abgüsse der ehemaligen Eingangsportale der ursprünglichen Koblenzer Synagoge integriert werden. Diese befand sich am Bürresheimer Hof, wurde in der Pogromnacht 1938 verwüstet und später bei einem Bombenangriff zerstört.
Die Kosten für das Projekt werden auf rund acht Millionen Euro geschätzt. Die Finanzierung teilen sich Bund, Land, die Stadt Koblenz, der Zentralrat der Juden sowie die jüdische Gemeinde und ein Förderverein. Bevor die Bagger jedoch anrollen können, muss zunächst der Bauantrag genehmigt werden. Auf diese Genehmigung wartet die Jüdische Kultusgemeinde derzeit noch.



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