Jahrelange Verzögerungen und steigende Kosten: Der Neubau des Landesuntersuchungsamts (LUA) in Koblenz kommt weiterhin nicht voran. Wie das rheinland-pfälzische Bauministerium bestätigte, hat sich der genehmigte Kostenrahmen erneut erhöht und liegt inzwischen bei 144 Millionen Euro. Ursprünglich waren für das Projekt einmal 50 bis 60 Millionen Euro veranschlagt worden. (Merkurist berichtete).
Der Rohbau war bereits 2019 fertiggestellt worden. Doch wegen Schlechtleistungen musste das Ingenieurbüro für Versorgungs- und Elektrotechnik gekündigt werden. Später meldete zudem eine Firma für Sanitär-, Wasser- und Abwasserarbeiten Insolvenz an.
Im März 2026 wurde das Verfahren mit einer europaweiten Ausschreibung neu gestartet. Seit August laufen laut Ministerium Verhandlungsgespräche. Der Abschluss des Vergabeverfahrens ist für Mitte Oktober vorgesehen. Danach könnten die Bauarbeiten wieder aufgenommen und ein neuer Fertigstellungstermin genannt werden.
Bund der Steuerzahler kritisiert Kostenentwicklung
Die Entwicklung stößt beim Bund der Steuerzahler Rheinland-Pfalz auf deutliche Kritik. Geschäftsführer René Quante bezeichnet gegenüber Merkurist den Neubau als „schwarzes Loch für Steuergeld“.
Nach Darstellung des Verbandes sollte der Neubau ursprünglich bereits 2022 bezugsfertig sein. Auch 2025 sei das Gebäude noch nicht fertig gewesen, während die geplanten Kosten zu diesem Zeitpunkt bereits bei knapp 118 Millionen Euro gelegen hätten. Inzwischen liege der Kostenrahmen bei 144 Millionen Euro, ein endgültiger Fertigstellungstermin stehe weiterhin aus.
„Das ist einfach nur ein skandalöser Umgang mit Steuergeld“, erklärte Quante. Er stellt zudem infrage, ob die aktuell veranschlagten 144 Millionen Euro für die Fertigstellung ausreichen werden.
Quante kritisierte auch die Planung und Abwicklung des Projekts. Ein privates Unternehmen würde seiner Einschätzung nach bei einer vergleichbaren Kosten- und Terminentwicklung erhebliche wirtschaftliche Probleme bekommen.
Modernes Labor für 280 Beschäftigte
Der fünfstöckige Neubau im Gewerbe- und Technologiepark Bubenheim/B9 soll nach seiner Fertigstellung auf 100 Metern Länge mehr als 5.000 Quadratmeter Laborflächen und knapp 3.000 Quadratmeter für Büros, eine Kantine und eine Bibliothek bieten. In Koblenz sollen dann 280 der insgesamt rund 500 Beschäftigten des Landesuntersuchungsamts arbeiten.
Das Landesuntersuchungsamt ist unter anderem für die Untersuchung von Lebensmitteln und Trinkwasser, die Bekämpfung von Tierseuchen wie der Vogelgrippe und den Schutz vor Infektionskrankheiten wie Corona oder Influenza zuständig. Bei der Ankündigung des Projekts im Jahr 2016 hieß es, im neuen Gebäude sei sogar die Untersuchung eines toten Elefanten möglich.


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