Die Energieversorgung Mittelrhein (evm) erprobt den Einsatz von Drohnen bei der Inspektion von Mittelspannungsleitungen. Wie die evm mitteilt, soll in einer Testbefliegung untersucht werden, wie die Technik die Instandhaltung des Stromnetzes effizienter machen kann.
Das untersuchte Gebiet erstreckt sich über rund 65 bis 70 Kilometer von der Grafschaft und dem Ahrtal in Richtung Koblenz sowie in einen Teil des Westerwalds. Dort erfasst die Firma AERO DRONICS im Netzgebiet der Energienetze Mittelrhein (enm) Leitungen und Masten aus der Luft.
Dabei kommen zwei unterschiedliche Verfahren zum Einsatz. Zuerst erfasst eine Industriedrohne mit einer Spannweite von fast einem Meter die Leitungen, Masten und die Vegetation mit einem Laserscanner. „Mit der Drohne können wir die Mittelspannungsleitungen sehr detailliert erfassen. Aus den Laserdaten entsteht ein dreidimensionales Modell, in dem wir zum Beispiel Abstände zur Vegetation analysieren können“, erklärt Tim Höhne, der die Drohnenflüge durchführt. „So lässt sich beispielsweise beurteilen, wie nah Büsche oder Bäume an die Leitungen heranreichen.“
Anschließend folgt eine Detailinspektion mit einer kleineren Drohne. Diese nimmt mit einer hochauflösenden Kamera und Zoomfunktion einzelne Bauteile der Masten genauer in den Blick. Die Aufnahmen sollen als Grundlage dienen, um den Zustand der Anlagen zu dokumentieren und notwendige Arbeiten vorzubereiten.
Digitale Daten für die Zukunft des Netzes
Die gesammelten Daten können auch für spätere Planungen genutzt werden. „Das dreidimensionale Modell bildet die Umgebung digital ab und ermöglicht es, Leitungen und Masten am Bildschirm zu betrachten“, erläutert Uwe Kaltbeitzer, der bei der enm für die Netzinstandhaltung verantwortlich ist. Serviceteams könnten sich damit schon vor einem Einsatz einen Überblick über die Lage vor Ort verschaffen.
Die Weiterentwicklung der Instandhaltungsstrategie soll die Stabilität und Zuverlässigkeit der Netze langfristig sichern und Ressourcen effizient einsetzen. „Durch diese Verbindung von vorausschauender Instandhaltung, Effizienz und resilientem Netzbetrieb stellen wir unsere Netze zukunftsfähig auf, um die Wärme- und Energiewende vor Ort zu gestalten“, so Kaltbeitzer.



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